Categories

archive Block
This is example content. Double-click here and select a page to create an index of your own content. Learn more.


Authors

archive Block
This is example content. Double-click here and select a page to create an index of your own content. Learn more.
Tag 6: Das etwas andere Airwork

Tag 6: Das etwas andere Airwork

Als ich am Flugplatz eintreffe landet auch schon mein Fluglehrer für heute: Kai, ein noch sehr junger Kerl, mit allerdings schon massig Erfahrung. Er kommt aus Leverkusen und ist normalerweise auch dort am Flugplatz unterwegs. Wir steigen in die C42 und los geht’s. Heute stehen Airwork und Stalls an.


Ich merke gleich, dass Kai "einfach machen lässt". Ich rolle zur Piste 25 und starte - er fasst keinen Knüppel an. Wir fliegen ein paar Platzrunden zum Aufwärmen. Hier und da hilft er etwas mit, der Wind ist heute sehr tückisch. Er lässt mich jedoch grundsätzlich alles alleine machen. Auch wenn der Anflug teilweise total daneben geht (und ich dies als solches kommentiere), weist er mich nicht zum Durchstarten an, sondern nur, selbst eine entsprechend sinnvolle Entscheidung zu treffen. Natürlich hätte er auch einfach ‚durchstarten‘ sagen können. Aber ich komme mir deutlich eigenverantwortlicher vor.

Weiter geht’s nördlich des Platzes über das (riesige) Kohleabbaugebiet Hambach. Hoch auf 3000ft, einige Kurven, und schließlich "Standardkurven". Dafür dauert ein 360°-Vollkreis genau 2 Minuten. Alle 30 Sekunden muss ich also 90 Grad geflogen sein, oder eben 3° pro Sekunde. Das ist nicht viel! Für den kleinen 30°-Schritt auf dem Kompass muss man sich also 10 Sekunden Zeit nehmen. 

Kai stoppt die Zeit und hält mir die Uhr dabei vor die Nase. Eine Faustregel für die Querneigung in Grad ist 1/10 TAS (kt) + 7.  Bei 140 km/h (= 75kt) entspricht das einer Querneigung von 14,5°. Das genau einzuhalten ist natürlich nicht drin. Aber es gibt eine gute Einschätzung über das Maß des ersten Querruderausschlags. 
Ich orientiere mich an einem der Kohlekraftwerke und starte in eine Linkskurve. Nach 30 Sekunden sehe ich das Kraftwerk unter dem rechten Flügel, ich kurve „nach Gefühl weiter“, sehe das Kraftwerk nach 1,5 Minuten unter dem linken Flügel, um erstaunlich genau bei 2 Minuten wieder darauf zuzufliegen. Dabei soll natürlich die Höhe exakt gehalten werden. Das klappt sogar einigermaßen gut.
Das Ganze kurven wir noch ein paar Mal nach links und rechts. Schließlich macht Kai es etwas schwieriger. Eine 2 Minuten Standardkurve, zusätzlich habe ich in diesen 2 Minuten aber genau 1000ft zu sinken! Das entspricht einer Sinkrate von 500 ft/min. Auf meinem Meter-pro-Sekunde-Variometer muss ich erstmal umrechnen. Aus dem kürzlich gelesenen Kapitel „Instrumente“ aus „Motorflug kompakt“ weiß ich noch, dass "m/s  x  200" entsprechend Fuß-pro-Minute angibt. Die geforderten 500 ft/min entsprechen also 2,5 m/s. Gut, das wäre damit geklärt. Jetzt das Ganze nur noch umsetzen: Oh Mann - garnicht so einfach! Zunächst sinke ich fast garnicht! Als ich bereits einen viertel Kreis hinter mir habe, habe ich kaum Höhe verloren. Ich versuche es auszugleichen und setze die Sinkrate etwas höher an. Schließlich komme ich ziemlich genau in 2 Minuten rum, bei 1000ft Höhenverlust. Kai lobt mich! Wow, das hat gut geklappt!

Weiter geht’s mit Stalls und Sackflug. Im Sackflug erfolgt das Halten der Horizontallage mit dem Seitenruder, während das Höhenruder voll gezogen bleibt. Die C42 ist wirklich extrem gutmütig. Verliert man vollständig Auftrieb, sackt sie nur wenig durch, nimmt wieder Fahrt auf, stabilisiert sich und liegt wieder gerade in der Luft. Die Maschine in eine ungemütliche Lage zu bekommen erfordert schon Einiges. Kai fordert es einige Male heraus. Schließlich gelingt es ihm, indem er die Maschine stark überzieht, bei Auftriebsverlust das Seitenrunder voll links tritt und schließlich mit gezogenem Höhenruder das Querruder voll entgegen ausschlägt - und BÄM! Abwärts geht’s, aber wirklich ordentlich! Die Maschine dreht sich dabei (nach meinem Geschmack) unkontrolliert. Kai fängt das ganze jedoch gekonnt ab. Man merkt die Erfahrung. 

Das war noch nichtmals wirklich Trudeln und schon hierbei merke ich, wie unglaublich unangenehm dieser Flugzustand ist! Ich bin wirklich froh, das ein paar Mal gemacht zu haben. Nicht nur, weil es nach dem zweiten Mal anfängt Spaß zu machen (ich glaube Kunstfliegen wäre auch was für mich), sondern weil ich so definitiv lerne, diesen Flugzustand in jedem Fall zukünftig zu vermeiden.

Schließlich geht es zurück zum Platz. Zum Abschluss noch einige Platzrunden, die teilweise sehr gut und teilweise überhaupt nicht gelingen. Naja, Übung hoffe ich. In jedem Fall: Spannend war es heute!

Tag 6 - (Teil 2): Langen Information

Tag 6 - (Teil 2): Langen Information

Tag 5: Advanced Platzrunden