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Tag 9: Morschenich - Erkelenz - Leverkusen

Tag 9: Morschenich - Erkelenz - Leverkusen

"Komm', wir fliegen mal nach Erkelenz-Kückhoven und schauen ob da jemand ist - und je nachdem danach nach Leverkusen, ab 14 Uhr ist Kai da."

'Wow', denke ich mir - ein ganz schön großer Rundtrip für eine Flugstunde. Mein Fluglehrer Uwe und ich machen uns auf. Nach dem Vorflugcheck ab in die Maschine, die Checkliste abgearbeitet und auf in die Luft. Das Wetter ist zwar nicht als besonders sommerlich angesagt, aber man kann gut fliegen. Der Wind weht wie so oft recht frisch.

Nach dem Start nehme ich nach Karte Kurs auf Erkelenz, Steuerkurs etwa 330°. Bei dem Crosswind ist steuern auf's Grad genau relativ sinnfrei. Eine Überschlagrechnung, die vor einigen Tagen in meiner Lektüre "Motorflug kompakt" gesichtet habe, ergibt einen Vorhaltewinkel von 13°.

Erster Teil der Flugstrecke: vom UL-Flugplatz Morschenich nach Erkelenz-Kückhoven. Mit freundlicher Genehmigung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH Nicht für navigatorische Zwecke geeignet

Erster Teil der Flugstrecke: vom UL-Flugplatz Morschenich nach Erkelenz-Kückhoven.

Mit freundlicher Genehmigung der DFS Deutsche Flugsicherung GmbH

Nicht für navigatorische Zwecke geeignet

Der Vorhaltewinkel, oder englisch 'Wind Correction Angle' ergibt sich grob entsprechend folgender Gleichung, die die Windgeschwindigkeit zur Eigengeschwindigkeit in Bezug setzt. Wird die Windgeschwindigkeit oder der Seitenwindfaktor F größer, wird auch der Vorhaltewinkel größer. 

Vorhaltewinkel (WCA = Wind Correction Angle) = 'Seitenwindfaktor' mal Windgeschwindigkeit geteilt durch 'Wahre Eigengeschwindigkeit (TAS)' durch 10.

Vorhaltewinkel (WCA = Wind Correction Angle) = 'Seitenwindfaktor' mal Windgeschwindigkeit geteilt durch 'Wahre Eigengeschwindigkeit (TAS)' durch 10.

Wird die Eigengeschwindigkeit größer, wird der Vorhaltewinkel kleiner. Ergo: Fliege ich schneller, muss ich weniger vorhalten. Fliege ich langsamer, muss ich mehr vorhalten. Der Seitenwindfaktor F hat die Größe 1 bis 6 und gibt an, wie seitlich der Wind zum Kurs steht. Weht er von vorne ist F = 1. Weht er voll von der Seite ist F = 6.

Für meinen Fall - Wind etwa etwa 80° von Seite mit 30 km/h, und 'Wahrer Eigengeschwindigkeit (TAS)' von 140 km/h - ergibt sich ein Vorhaltewinkel (Wind Correction Angle) von: 

WCA2

Bei der Flugvorbereitung kann man das schnell mit dem Handy rechnen. Im Kopf reche ich 180/15 und weiß, dass der Wert dann noch etwas größer sein muss, als das Ergebnis:

WCA3

Vorhaltewinkel also etwa 13°. 

Während der ersten Minuten stelle ich jedoch fest, dass 13° deutlich zu wenig sind! Ich benötige fast 30°. Möglicherweise ist die Überschlagsrechnung für schnellere Echo-Maschinen gedacht, die zusätzlich weniger Windanfällig sind. Bei dem 'Winddrachen' C42 multipliziere ich daher ab jetzt mit 2 und komme recht gut hin. Ich werde das ganze jedoch nochmal genauer durchdenken.

Die Rechnung ist natürlich nur eine lineare Annäherung. Genau würde man den Winkel über den arcussinus berechnen. Ob km/h oder Knoten ist übrigens egal, da sich die Einheit wegkürzt. Das Wichtige ist nur, dass man sowohl für die Wind- als auch die Eigengeschwindigkeit die gleiche Einheit benutzt.


Auf dem Weg nach Erkelenz-Kückhoven gibt es einige praktische Navigationspunkte. Insbesondere die Autobahnen, die spitz zulaufen. Ist die Autobahn A44 überflogen weist mich ein Dreieck an Windrädern in die Richtung des Flugplatzes. 

Schließlich (deutlich später als mein Fluglehrer Uwe) habe ich den Platz in Sicht. Wir hangeln uns um die anliegenden Höfe, um diese nicht zu überfliegen, und drehen in die Platzrunde. Auf dem Flugplatz ist noch niemand. Wir fliegen also die Platzrunde zu Ende und starten sehr früh wieder durch. Der Wind wird nicht weniger, doch mit Rückenwind geht's jetzt ab nach Leverkusen!

 

In Leverkusen ist auch nicht viel los. Uwe meldet uns 10 Minuten vor erreichen des Platzes an. Der Flugleiter wirkt etwas überrascht, dass jemand bei dem Wind Lust hat zu fliegen. Wir drehen in die Rechtsplatzrunde und setzen zur Landung an. Bei dem Seitenwind eine ganze Menge Arbeit. Dennoch klappt es gut. Wir rollen zum Abstellplatz, treffen dort auf Kai (meinen Fluglehrer von der letzten Tour nach Leverkusen) und sind kurze Zeit später auch schon wieder am Flieger. "Ich würde sagen wir drehen zwei Runden und fliegen dann zurück." Na klar - Ich bin dabei!

Der Start ist besonders sportlich, da der Wind nicht nur von links kommt, sondern insbesondere während des Startlaufs durch die Bäume längs der Startbahn stark abgeschwächt wird. Nachdem die C42 gerade in der Luft ist erwartet mich so recht unerwartet der Seitenwind.

Wir fliegen etwas links der Bahn raus in die erste Platzrunde - entlang der Schienen um Wohngebäude zu vermeiden und vorbei an der Bayarena (ein toller Blick), in den rechten Gegenanflug. Obwohl wir (so grade) noch außerhalb der Kontrollzone Köln/Bonn sind, ist der Flughafen deutlich auszumachen: eine riesige, flache Wiese mit Startbahnen. (Genau genommen geht eine Ecke der Platzrunde in Leverkusen sogar durch die Kontrollzone. Aber die Ecke haben die Leverkusener dann doch noch geschenkt bekommen.)

Nach zwei Platzrunden geht es wieder zurück Richtung Morschenich. Auffällig ist die doch große Anzahl an Flugzeugen in niedriger Höhe in der Nähe der Kontrollzone. Ich freu mich natürlich. Mir Flugzeuge anzugucken macht mir sowieso Spaß. Das Ganze in gleicher Höhe aus der Luft umso mehr!

Morschenich nach Kassel-Calden (EDVK)

Morschenich nach Kassel-Calden (EDVK)

Tag 8: Airwork und Ziellandeübungen

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