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Tag 1: Die erste Flugstunde

Tag 1: Die erste Flugstunde

Heute ist es soweit! Die erste Flugstunde steht an. Ich bin gespannt was auf mich zukommt. Die Stunde ist für 18.30 Uhr geplant. Das Wetter kurz gecheckt - aber viel zu checken gibt es nicht: Windstille, keine tiefen Wolken.
Als ich am Flugplatz ankomme, herrscht einiges an Betrieb. Es ist das erste Mal, dass ich den Platz am frühen Wochenende erlebe. Mein Fluglehrer Uwe ist schon seit einigen Stunden hier und nimmt mich freudig in Empfang. Die C42 ist, wie in unserem Online-Buchungskalender schon zu sehen war, noch zu einem Überlandflug unterwegs. 

„Heute fliegen wir einfach mal.“ Nachdem die C42 gelandet ist wird sie von meinem Fluglehrer neu betankt, ein Vorflugcheck gemacht und die Checkliste abgearbeitet. Er erklälrt mir kurz alle Schalter im Cockpit und die Reihenfolge des Einschaltens. „Das machen wir alles am Sonntag viel genauer. Dann werden wir wahrscheinlich weniger fliegen, aber das Flugzeug genau kennenlernen. Heute möchte ich mit dir einfach mal in die Luft. Ich würde sagen wir fliegen mal um Köln.“ Ich denke ‚Wow‘, die Köln-Bonner Kontrollzone ist nicht unbedingt klein. Mit dem Auto brauche ich von hier knapp eine Stunde zum Flughafen EDDK. Ich hätte nicht gedacht, dass man da in einer Stunde rum- und zurück kommt.

Stefan (der mit der durch'wind'eten Frisur) und Fluglehrer Uwe vor dem ersten Flug

Stefan (der mit der durch'wind'eten Frisur) und Fluglehrer Uwe vor dem ersten Flug

Es geht los. Mein Fluglehrer erklärt mir alle Schritte während ich sie ausführe. Höhenruder während des Rollens ziehen - „Gib’ mal Gas und roll' Richtung Startbahn.“ Gesagt, getan. Das Gas fühlt sich empfindlicher an, als ich erwartet hätte. Die Füße lege ich nur leicht auf die Pedale, da ich das Gefühl habe, dass mein Fluglehrer lenkt. Als er mich anweist weiter links zu rollen merke ich, dass das Feedback der Pedale nicht mein Fluglehrer ist, sonder die Graspiste, die das Bugrad bewegt. Alles komplett neue Gefühle, definitv anders als Autofahren.

Uwe erklärt mir kurz den Magnetcheck und gibt den Start per Funk durch. Ich rolle hinter die Schwelle und er erklärt mir den Startablauf. Schließlich sagt er: „Ok, eins, zwo, drei Vollgas und bremsen los, Höhenruder ziehen, auf die Pistenmitte lenken.“ Das ist ganz schön viel auf einmal - Bremse lösen mit der rechten Hand, während man das Höhenruder bedient, Gas geben mit der linken Hand, lenken mit den Füßen - komplett umgedreht ungewohnt, aber doch gleichzeitig intuitiv. Plötzlich heben wir ab, Uwe steuert kurz etwas nach, damit ich nicht zu steil steige und gibt mir erste Informationen über die notwendige Steigfahrt und Flughöhe. Für mich in dem Moment noch alles zu viel, da ich nicht damit rechne, dass das Flugzeug eigentlich von ganz alleine fliegt und denke, ich müsste dauerhaft alles steuern. Nach und nach entspanne ich etwas, wir trimmen die C42 aus. In 2200 Fuß MSL angekommen nehmen wir 140km/h als Reisegeschwindigkeit ein und Uwe bemerkt, ich dürfe auch die Aussicht genießen. Wahrscheinlich merkt er, dass ich versuche alles zu kontrollieren, obwohl die Maschine von ganz alleine fliegt. 

Wir fliegen nördlich der Kontrollzone von EDDK an Leverkusen vorbei. Ohne die GPS-ICAO-Karte fände ich es extrem schwierig die Kontrollzone zu erkennen. An den Autobahnen kann ich mich ganz gut orientieren, allerdings nur für die Flugrichtung. Man kann den Flughafen Köln-Bonn jetzt gut erkennen und wir sehen die Jets auf der 24 landen. Als wir Richtung Osten schwenken sehe ich vor mir vor allem Wald, und jede Menge kleine Dörfchen. Wie soll man sich hier orientieren? Ich merke immer mehr, wie wertvoll die GPS-Karte ist. Es werden die Lufträume und deren Flughöhen angezeigt und man wird entsprechend gewarnt - dabei bin ich, seitdem ich den Entschluss gefasst habe den Schein zu machen, vor allem auf die Kartennavigation ohne GPS scharf! Ich bin gespannt was das gibt, weiß die Technik aber schon jetzt sehr zu schätzen.

Wir drehen Richtung Siebengebirge und schließlich Richtung Westen. Mir fällt auf, dass Uwe ganz selbstverständlich diese landschaftlichen Merkmale benennt und benutzt, und ich keine Ahnung habe, wie sie aussehen. Von hier oben sind die Orientierungsmerkmale definitiv andere als am Boden. Auf der Karte sehe ich den Flugplatz Bonn-Hangelar. Ich bin gespannt wie er aus der Luft aussieht und überrascht, dass auf 2 Uhr einige Strecke entferne eine risiege, freie Fläche liegt. Erst aus der Luft erkennt man die Dimensionen von Flugplätzen.

Auf dem GPS zeigt eine Linie in Flugrichtung, deren Spitze bei aktueller Geschwindigkeit die Entfernung in 5 Minuten Flugzeit angibt. Sehr praktisch! Ich versuche verschiede Punkte auszumachen und frage Uwe: „Kannst Du das schon sehen?“ - „Ne, das ist noch viel zu weit weg.“ Entfernungen von hier oben einzuschätzen ist ungewohnt. 5 Minuten sind eine ganz schöne Strecke! Orte wie Rheinbach, Meckenheim, Bonn, an denen ich sonst in 40 Minuten vorbeifahre, liegen alle direkt ‚vor der linken Tür‘ und sausen wie nichts an uns vorbei.

„Wir fliegen mal über den UL-Platz Weilerswist. Eigentlich wollte ich da mal kurz mit dir landen, aber wir müssen später noch Sprit holen und den Flieger waschen, dann lieber beim nächsten Mal.“ Mein Fluglehrer meldet sich trotzdem beim Flugplatz über Weilerswist INFO, um Alex, dem Flugplatzleiter auf dem gerade leeren Platz, ein paar kurze Details für morgen zu geben. „Alex fliegt übrigens morgen mit dir.“ Über Funk fragt Alex aus Weilerswist, ob wir runterkommen. Mein Fluglehrer verneint. Alex: „Wie ihr meint.“ Kurzentschlossen entscheidet sich mein Lehrer darauf: „Ach, nagut.“ Wir fliegen in den Gegenanflug, den Endanflug und landen. Ich stelle fest, dass ich den Gleitweg komplett falsch einschätzen würde, geschweige denn, die Geschwindigkeit dabei halten zu können. Wir landen und rollen bei Alex vorbei. Schön, dass ich meinen Fluglehrer für morgen schon kennen lernen kann. Doch schon geht es wieder hoch, diesmal ist der Start für mich schon deutlich entspannter! Wir steigen auf 3200 Fuß MSL, um über die Kontrollzone des Militärflugplatzes Nörvenich zu fliegen. Dahinter nehme ich das Gas raus und wir segeln die letzen Minuten bis zur Landung. Die Graspiste ist nur 350m lang, und dennoch vollkommen ausreichend. Den Gleitwinkel hätte ich aber erneut vollkommen falsch eingeschätzt. Das wird sich aus der Erfahrung hoffentlich geben.

Unten angekommen rolle ich freudig Richtung Hangar - das Rollen klappt schon richtig gut und macht echt Spaß. Fast schon ironisch.

Völlig erfreut fahre ich schließlich nach Hause und trage meine ersten beiden Starts und Landungen in mein DULV Ausbildungsheft.

Ich freue mich auf morgen!

Tag 2: Überlandflug und Achterbahnfahrt

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Das Medical - viel entspannter als gedacht

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